Zum Hauptinhalt springen

Christin Thielemann

Erfolgloser Protest gegen Abholzung

 

Bäume sind nun gefällt. Einige Anwohner lehnen Bauplätze an Engelbertstraße ab

Von Martin Schwarz

Neheim. Bis auf eine Gegenstimme der Linken gab der Bezirksausschuss Neheim mit großer Mehrheit grünes Licht für die Schaffung neuer Wohnungsbauplätze längs der Engelbertstraße unterhalb der Einmündung Engelbertring. In diesen Tagen wurden bereits einige Bäume gefällt, da ein Teil des Waldstücks als Baufläche benötigt wird. Der allergrößte Teil des Waldstücks bleibt allerdings erhalten. Es geht um die ebenen Flächen im rückwärtigen Bereich am Anfang des Engelbertrings. Gänzlich ausgenommen von der Bebauung ist der bewaldete Siepenbereich.

Politiker vertrauen Verwaltung

Die für die Schaffung neuer Baugrundstücke erforderliche Änderung des Bebaungsplans „NH 7 Rusch“ brachte im frühzeitigen Beteiligungsverfahrens einige Anwohner kräftig in Rage. Vier Anwohner äußerten schriftlich massive Kritik, blieben aber von den Neheimer Ortspolitikern mehrheitlich unerhört. Die meisten Politiker vertrauten lieber der Beurteilung der Stadtverwaltung, die die Kritik der Anwohner zurückwies.

Anwohner bezweifeln stark die von der Stadtverwaltung gesehene Erfordernis, auf einem insgesamt 4400 qm großen Geländestreifen zentrumsnahen Wohnungsbau zuzulassen.

Ein Anwohner schrieb: „Im Wohnquartier stehen bereits jetzt Häuser mit erheblichem Instandhaltungsstau zum Verkauf, deren Sanierung unwirtschaftlich erscheint. Es ist abzusehen, dass hier in den nächsten Jahrzehnten durch Abriss von Altbauten genügend Raum für energieeffiziente Neubauten entstehen wird. Der jetzt geplante Flächenverbrauch ist nicht notwendig.“

Ein anderer Anwohner warf der Stadtverwaltung vor, durch Abholzung und Vermarktung von Flächen vorrangig Geld in die Kasse der Stadt spülen zu wollen. Demgegenüber würde die Stadtverwaltung den durch die Abholzung entstandenen Verlust an Lebensqualität für die Anwohner nicht ausreichen würdigen.

Hinzukomme, dass die Anwohner für ihre angrenzenden Wohngrundstücke einen deutlichen Wertverlust hinzunehmen hätten, weil sie statt am Waldrand künftig in einer nachverdichteten Wohnsiedlung lägen.

Stadt sieht keinen Wertverlust

Demgegenüber betont die Stadtverwaltung einen Bedarf an innenstadtnahen Baugrundstücken. Daher sei eine Nachverdichtung der Siedlung sehr sinnvoll. Einen Werteverlust benachbarter Altbauten sieht die Stadtverwaltung nicht, weil „auf den wenigen neuen Baugrundstücken hochwertige Neubauten entstehen werden“.

Hinsichtlich der Abholzung betont die Stadtverwaltung, dass nur ein kleiner Baumbereich entfernt werde. Westlich entstehe ein neuer Waldsaum mit Anschluss an den vorhandenen und bleibenden Grünzug mit Siepen.